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Ein Reisebericht von Verkäufer #5 aus Goa

 

 

 

 

Liebe Markties,
 
Plitsch-Platsch im Arabischen Meer, so heisst der Teil
des Indischen Ozeans entlang der Westkueste Indiens.
Endlich wieder die Palette verschiedenster Farben,
nur die Grautoene scheinen zu fehlen.
Die wilde Orgie der Gerueche, die strengeren kommen
vom Unterstand der Wasserbueffel und vom beissenden
Qualm der Feuer ueberall am Strassenrand. Nicht zu
vergessen der Fisch. Mmmmh, diese Gewuerze und
Raeucherstaebchenduft.
Die Sinfonie der Geraeusche, das Kraehen der Haehne
und der Kraehen, das Bellen der Hunde, vorzugsweise nachts,
die hupenden Vehikel, das Geschrei der fussballspielenden
Jugend und das Lachen der Gaeste am Abend.
Ich fuehle mich pudelwohl.
 
Ich habe mir ein nagelneues Fahrrad gekauft, dunkelgruen
mit viel Chrom. Sehr lange musste ich nicht ueberlegen, was man
mit einem solchenTeil anstellen kann.
Eine Idee kann gut oder weniger gut sein. Wenn man einen
Entschluss fasst, dann ist es vorteilhaft, wenn die Idee, auf den er fusst,
eine gute ist. Wenn der Weg das Ziel ist, und sich dieses Ziel nicht lohnt,
dann ist es ein beschissener Weg. Man kann nicht jeden Baum
ausreissen, auch nicht den, der nicht in den Himmel waechst.
Der Weg nach Ponda kann nicht das Ziel sein und Ponda kann es
auch nicht sein. Schon garnicht mit einem Fahrrad ohne Gangschaltung.
 
Benaulim Beach Road
man hoert schon das Meer,
tosende Brandung
am endlosen Strand.
Schlafende Hunde
liegen im Schatten.
Nur die Touristen
lassen sich braten.
Viel Fleisch auf dem Grill.
 
Dann also doch ! Es ist ja noch frueh. Was spricht dagegen ?
Spricht etwas dafuer ? Augen zu und durch ? Nein ! Augen auf und
immer schoen links fahren. Als Fahrradfahrer ist man hier im Strassen-
verkehr so etwas wie ein Insekt in der Nahrungskette. Also zuerst nach
Varca und hinter der Kirche links, danach immer geradeaus.
Aber was heisst das schon bei so vielen Abzweigungen, die an
einen Schnittmusterbogen erinnern. Das Gefuehl soll es richten.
Keine nennenswerten Steigungen, so kann es weitergehen.
Weisse Reiher in den Feldern. Greifvoegel drehen ohne einen
Fluegelschlag ihre Runden am strahlendblauen Himmel.
Die vielen Schmetterlinge muessen sich vor ihnen nicht fuerchten.
Eine Pause mit duennem Kaffee und einem unbekannten Snack. Der
ist viel besser als das Getraenk.                                                                                                    
Weiter geht es. Ein Fluss, ein flacher
See, zur Haelfte bedeckt mit Seerosen. Die eingleisige Bahnstrecke
wird ueberquert: hinein, nach Goa hinein.
Aber wie weit soll ich noch fahren ? Bis zur naechsten Biegung !
Abgemacht, danach beginnt der Rueckweg. Was schlaengelt sich
da ueber die Strasse ? Rischtisch ! Eine Schlange. Erstaunlich
rasch verschwindet sie im Gruen. Tropische Vegetation, Blumen,
Buesche Palmen und die gewaltigen, majestaetischen Banyan Baeume,
deren ausladende Aeste im Laufe ihres Wachstums Luftwurzeln
bilden, deren Bestreben es ist irgendwann den Boden zu erreichen
um dann zu einem weiteren Stamm oder mehreren zu wachsen, um die
grosse Last da oben zu tragen. So entsteht im Verlauf von vielen
Jahren ein kleines Stueck Wald, der nur aus einer einzigen Pflanze
besteht. Von hier bin ich doch nicht gekommen ? Habe ich mich
verfahren ? Logo, ein Beach-Resort ist immer falsch. Ich weiss
aber jetzt wo ich bin und habe schon bald wieder den Teer unter den Reifen,
der zu der Strasse gehoert, die nach Benaulim fuehrt.
 
Heute wird endlich mal wieder die Badehose nass. Der Schaeferhund
vom Little Tiger kackt ungeniert auf dem Strand. Und das gleich zweimal,
das erhoeht die Quote.
Wie alt bin ich heute geworden ? Die Meinungen gehen auseinander.
Irgendetwas zwischen 56 und 75. Das kommt gut hin.
 
Auf einem Trampelpfad abseits der Strasse ficken zwei Hunde in der
prallen Sonne. Nach getaner Arbeit haengen sie aneinander fest.
Ich gehe dann mal weiter, ist ja schliesslich nicht mein Problem.
An einem dieser flachen Seen liegt ein Schwein am Ufer.
Es wirkt nicht gerade fidel. Die vielen Fliegen auf und um den
Koerper und ein suesslicher unangenehmer Geruch bestaetigen
den Verdacht.
 
Silvester, was fuer ein Spass ! Am naechsten Tag beginnt die
ungeliebte Rasur mit einem Schnitt in den Daumen. Zu viel
Kingfisher befeuert Ungeschicklichkeit. Einer der Hauptgruende,
warum sich die Aktivitaeten an diesem Tag in engen Grenzen halten.
Hier ist alles so wunderbar entschleunigt, nur die Nacht kommt schnell.
Schon bald wird die Sonne wie eine rote Scheibe in das Meer tauchen
und der Arbeitstag fuer die Moskitos beginnt.
 
Sonnige Gruesse aus Goa @ all
 
Paul

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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